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Zur Erwägung 

 
Die Vossische Zeitung brachte jüngst einen Leitartikel, der jeden gewissenhaften Leser in hohem Grade unruhig machen muß. Sie hat erfahren, daß französische Ingenieure den atlantischen Ozean in die Wüste Sahara leiten und dieselbe dadurch in ein Meer verwandeln wollen. In Folge Abkühlung der Südwinde würde dadurch das Klima Deutschlands erheblich verschlechtert werden. Der ganzen deutsche Sommer würde zu einem deutschen Mai werden und man würde die Besinge unter Glas ziehen müssen, wenn man nicht gänzlich auf sie verzichtete.

Die Vossische Z. ist der Ansicht, daß durch die Diplomatie das Unheil abzuwenden und Deutschland zu retten wäre.

Wir erwarten, offen gestanden, in diesem Fall von der Diplomatie keine Rettung, wir wollen aber einen andern Rath geben, der mehr verspricht.

Das französische Project basirt auf dem Umstande, daß die Wüste Sahara zum großen Theil unter dem Niveau des Oceans liegt. Wie wäre es nun, wenn von deutscher Seite, ehe die Franzosen ans Werk gingen, heimlich die Wüste in Höhe von einigen Metern erhöht oder aufgeschüttet würde. Den dazu passenden Sand dürfte die Umgebung der Reichshauptstadt in jeder Quantität zu liefern in der Lage sein. Die Franzosen würden dann, wenn sie wirklich durchstächen, mit Staunen wahrnehmen, daß der Ozean nicht nachkommt, sondern ruhig an seiner Stelle bleibt.

Dieser Vorschlag empfiehlt sich, meinen wir, sorglichster Erwägung. Durch seine Ausführung würde zugleich den zahllosen in der Wüste hausenden Löwen, an welche die Vossische gar nicht zu denken scheint, das Leben gerettet werden.

 

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