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Nach ersten Versuchen mit dem "Almanach zum Lachen" (1858-1863)
gründete Julius Stettenheim 1862 die wöchentlich erscheinenden
"Hamburger Wespen". Gleich in der ersten Nummer empfahlen sie sich ihren
Lesern:
"Die Wespen lassen den ersten Flügelschlag ihrer freien
Seele rauschen. [...] Die Wespen verwunden Keinen, der sie nicht ärgert.
Moral: Man ärgere sie nicht! [...] Die Farbe, mit der sie gedruckt
werden, ist Schwarz, jedoch wird man, wenn man genau hinsieht, weder Roth,
noch Gold dabei vermissen. [...] Sie bitten, daß Gott ihr Deutschland
gegen dessen Väter und ihren Redakteur gegen den Staatsanwalt in Schutz
nehmen möge! Amen!"
Das half allerdings nur bedingt. Denn schon bald hatten die "Hamburger
Wespen" mit Konfiskationen zu kämpfen, und Julius Stettenheim handelte
sich verschiedene Gefängnisstrafen ein. Bereits im ersten Jahr ihres
Bestehens konnten sie erfolgreich den Unmut Otto von Bismarcks erregen,
der gerade im preußischen Verfassungskonflikt unter heftigem Beschuß
stand. Artig bedankten sie sich in Nummer 18, 1863:
Ha, Bismarck, Wespenleser Du,
Bewegt Gemüth, gieb Dich zur Ruh,
Was hilft dein Criminal-Edict?
Die Wespen sind Dir zu geschickt. Aetsch! Aetsch!
Und würdest Du auch nicht am End'
Der Wespen fester Abonnent,
Für die Reclame sagen wir
Den Besten Dank, Herr Bismarck, Dir. Aetsch! Aetsch!
1868 zog Julius Stettenheim nach Berlin um, wo er seit seiner Studienzeit
viele Kontakte hatte. Von da an erschien sein Blatt unter dem Namen "Berliner
Wespen" und entwickelte sich zu der wohl schärfsten Satirezeitschrift
des Kaiserreichs.
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