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Julius Stettenheim, der Kopf hinter den "Berliner Wespen", wurde am 2. November 1831 in Hamburg geboren. Sein Vater war Musiker und später Kunsthändler. Im elterlichen Geschäft absolvierte Julius Stettenheim eine kaufmännische Ausbildung und studierte dann von 1857 bis 1860 in Berlin Literatur, Philosophie und Geschichte. 

Schon als junger Mann arbeitete er an dem von Wilhelm Marr herausgegebenen satirischen Blatt "Mephistopheles" mit. Allerdings trennten sich die Wege der beiden recht schnell, da Marr sich immer mehr dem Antisemitismus zuwandte. Julius Stettenheim stammte aus einer jüdischen Familie und stand demgegenüber der Deutschen Fortschrittspartei nahe.

Von 1858 bis 1863 gab er jährlich einen kleinen "Almanach zum Lachen" heraus (der Almanach bestand aber schon seit 1850). Schon als Student verfaßte er zahlreiche Possen, Humoresken und Singspiele, so 1861 das oft aufgeführtes Liederspiel "Die letzte Fahrt". Außerdem trug er zu verschiedenen Zeitschriften bei, wie beispielsweise zum "Kladderadatsch".

1862 gründete er in seiner Heimatstadt die satirische Zeitschrift "Hamburger Wespen". 1868 zog er nach Berlin und benannte sein Blatt um in "Berliner Wespen". Neben seiner journalistischen Tätigkeit veröffentlichter Julius Stettenheim zahlreiche Bücher, wie beispielsweise 1863 "Die Hamburger Wespen auf der internationalen landwirtschaflichen Ausstellung" und "Die Hamburger Wespen im zoologischen Garten" oder das "Berliner Blaubuch aus dem Archiv der Komik" (zwei Bände, 1869-1870).

Berühmt wurden seine von ihm für die "Berliner Wespen" geschaffenen Figuren, vor allem die des Kriegskorresponten Wippchen, der erfundene Berichte aus dem heimeligen Bernau bei Berlin als "Augenzeuge" von der jeweils aktuellen Kriegsschauplätzen lieferte. Diese erschienen von 1878 bis 1905 in nicht weniger als 16 Bänden, von denen der erste durch mehr als 15 Auflagen ging.

Andere seiner zahlreichen Werke erfuhren ebenfalls eine große Verbreitung, so bespielsweise der "Moderne Knigge" (vier Bände, 1899-1903), in dem Julius Stettenheim amüsante Ratschläge erteilte, wie man sich in der Gesellschaft zu verhalten habe, "Ein Kistchen Monopol-Cigarren", in dem er sich über die Auswirkungen des von Bismarck geplanten Tabakmonopols lustig machte, oder die Fabeln "Tierisches - Allzumenschliches". Außerdem gab er ab 1886 auch die monatliche Zeitschrift "Humoristisches Deutschland" heraus.

Julius Stettenheim starb am 30. Oktober 1916 in Berlin-Lichterfelde.

 

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